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Brunnen in Reichenbach
`s iweflissisch Wasse
Der Großzügigkeit der Raidelbacher, Beedenkircher und Elmshäuser war es zu verdanken, dass vor 30 Jahren mit dem Bau einer Pumpstation und zwei Hochbehältern, sowie der Installierung der Verbundleitung der Wassernotstand in Reichenbach endlich beseitigt werden konnte.
„Unse iweflissisch Wasse kenne die grieje“.

Die Trinkwasserprobleme in Reichenbach entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg. Die ursprünglich nur für 1.800 bis 1.900 Einwohner ausgerichteten Anlagen mussten plötzlich knapp 2.500 Menschen versorgen. Durch Ausgebombte, Evakuierte und Flüchtlinge war die Einwohnerzahl hochgeschnellt. Der deshalb von Fachleuten geforderte Bau eines 300 Kubikmeter fassenden Hochbehälters im Rödchen wurde jedoch nicht realisiert. Aus finanziellen Gründen stimmte der Gemeinderat nur einem 150 cbm fassenden Hochbehälter am Hohenstein zu, wie der Verschönerungsverein in seiner Schrift über „Unser Wasser“ vermerkt.
Quellen und Brunnen in Reichenbach

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Die Folge war ein fast 30 Jahre währender Trinkwassernotstand insbesondere in der Hochzone (ab der Felsenmeerschule aufwärts). Dieser wurde durch den Bau weiterer Häuser (Hohensteiner Straße, Vier Morgen, Vorbach, Nauwiese) noch verstärkt. Zeitweise standen den Reichenbach- ern nur 100 Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag zur Verfügung. So kam es insbesondere samstags zu Engpässen, wenn die Familien ihr traditionelles, wöchentliches Bad nahmen. Diese versuchte die Bevölkerung auszu- gleichen, in dem sie sich an den örtlichen Brunnen bedienten.
Mit seinem Amtsantritt 1973 ging Bürgermeister Josef Weitzel das Problem an. Sein Lösungsvorschlag war einfach: Die kleineren Ortsteile geben ihr überflüssiges Wasser an Reichenbach ab, der Transport sollte über eine Verbundleitung erfolgen.
Die Umsetzung jedoch war in einer emotionalen, aufgeheizten Stimmung kurz nach der ungeliebten Gebietsreform mehr als schwierig. Da wurde viel von „unserem Wasser“ geredet und geschrieben. Es wurde auf die eigenen (möglichen) Versorgungsengpässe hingewiesen, dass das Wasser nicht bergauf fließe, wie stellenweise von Beedenkirchen nach Reichenbach, und vieles mehr. Der Bergsträßer Anzeiger brauchte sich um Themen für seine Lautertaler Lokalseite nicht zu bemühen. Die zahlreichen Leserbriefschreiber lieferten sie ihm frei Haus.

Der Durchbruch für die Realisierung der Projekte gelang dann in Raidelbach. Dort formulierte ein Ortsbeiratsmitglied den Spruch vom „iwweflissisch Wasse“ und konnte damit seine Kollegen überzeugen.

In Raidelbach wurde im August 1976 als erste Maßnahme die neue Pumpstation in Betrieb genommen. Sie „spiele für die Wasserversorgung von ganz Lautertal eine bedeutende Rolle“, so der Bürgermeister bei der Eröffnung mit Freibier und „dicke Backe-Musik“ vom Posaunenchor Gadernheim. Jetzt wurden in den Sammelkammern (22 cbm) zwei Quellen aufgefangen und aufbereitet in den Hochbehälter gepumpt. Das überschüssige Wasser konnte über das Gadernheimer Netz nach Lautern und in die Hochzone nach Reichenbach geleitet werden.

Nur wenige Tage nach Inbetriebnahme der Raidelbacher Pumpstation wurde der neue Hochbehälter in Beedenkirchen eingeweiht. Dort entsprach der 70 Jahre alte Vorgänger nicht mehr den Anforderungen. Der alte hatte ein Fassungsvermögen von 80, der neue von 300 cbm, davon 100 cbm für die Brandreserve, sowie 40 cbm in der Pumpstation. Auch hier sollte „das überschüssige Wasser“ nach Reichenbach in den Hochbehälter an der Beedenkircher Straße abgegeben werden. Da die Anlage in Beedenkirchen 142 Meter über der Reichenbacher liegt, hätte dies eigentlich auf natürlichem Wege geschehen können. Doch Geländesenken und Anhebungen erforderten Pumpstationen, was erneut zu heißen Diskussionen in der Öffentlichkeit führte.

Kurz vor Jahresende 1976 wurde dann auch das dritte Großprojekt, der Hochbehälter in Elmshausen, fertig gestellt und in Betrieb genommen. Die 239 Meter über dem Meeresspiegel liegende Anlage im Hohberg verfügt über ein Behältervolumen von 600 cbm, wovon 100 cbm als Brandreserve dienen. Von hier aus wird das überflüssige Wasser in die Tiefzone nach Reichenbach (Tiefbrunnen am Sportplatz) eingespeist.

Mit dem Bau des Elmshäuser Hochbehälters wurde „das große Kapitel Trinkwasserversorgung weitestgehend abgeschlossen“, wie der BA zum Jahresende 1976 berichtete. Es ermöglicht mit einigen Ergänzungen in späteren Jahren bis heute die Lieferung von zeitweise über 350.000 cbm Trinkwasser jährlich an die Bevölkerung. 1990 wurde mit 356.000 cbm der Spitzenverbrauch gemessen. Seitdem ging die Entnahme aus dem gemeindlichen Leitungsnetz immer mehr zurück. Im letzten Jahr wurde mit 276.000 cbm der bisher niedrigste Verbrauch festgestellt.
Text:
Heinz Eichhorn – 01.2007

Foto:
Walter Koepff
(Hochbehälter in Beedenkirchen)
Quellenangabe: „Unser Wasser“ (Verschönerungsverein Reichenbach)
Bergsträßer Anzeiger (August bis Dezember 1976)
Gemeinde Lautertal (Herr Weigold)

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