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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Wie alt ist der Lautertaler Ortsteil LAUTERN tatsächlich?
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Beedenkirchen und Reichenbach feiern im übernächsten Jahr ihr tausendjähriges Bestehen.
Doch warum nicht auch Lautern?
Wurde das Dorf in der „Geburtsurkunde“ der Nachbarorte nicht auch erwähnt?


Eberhard Müller, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr, lieferte sich schon 1993 mit den Behörden hitzige Diskussionen. Die Lauterner Wehr hatte gerade das von Heinz Bormuth (Nieder-Ramstadt) verfasste Heimatbuch („Lautern im Odenwald“) in Druck gegeben. Und darin stand als Jahr der Ersterwähnung 1369, weil die Behörden die Anerkennung des „Geburtsjahres“ 1012 versagten. Statt bald tausend Jahre ist Lautern somit jetzt „nur“ rund 640 Jahre alt.

Auch Georg Grohrock, der frühere Gadernheimer Ortsvorsteher, wundert sich in einem Beitrag für die Geschichtsblätter des Kreises Bergstraße, warum das Geburtsjahr von Lautern nicht mit dem von Beedenkirchen und Reichenbach identisch sein soll. Als Vermessungsingenieur ging er die Frage rational an. Doch er weist schon einleitend darauf hin, dass er manchmal „anderer Ansicht ist, als die amtlichen Quellen, weil die topographischen Gegebenheiten eine andere Anschauung vermitteln“.

Grohrock vertritt die Ansicht, dass schon die Römer 90 nach Christus im Odenwald „keinen gänzlich menschenleeren Raum, sondern auch einige Siedlungen antrafen“. Die Besatzer hätten dann wohl „feste Verkehrsverbindungen von den römischen Niederlassungen am Rhein auf kürzester oder günstigster Strecke zu ihrem Limes und den größeren Siedlungen im Odenwald“ errichtet.

Die kürzeste Verbindung zwischen Worms und dem Raum Dieburg/Groß-Umstadt hätte „von Südwesten über Lorsch und Bensheim, durch das Lautertal über die Wasser- scheide Lauter-Modau-Gersprenz nach Nordosten geführt“. Dies wäre der spätere „Weinweg“ gewesen, auf dem nur östlich von Reichenbach zum Graulbach hin und am Gehrenstein in Gadernheim zwei relativ kurze Steilstrecken bewältigt werden mussten. Auf dem Weinweg sei man hochwassersicher und ohne eine einzige Brücke zu überqueren, von Bensheim in den Raum Groß-Bieberau gekommen.
Diese Tangente wäre jedoch nicht nur von den Römern, sondern nach ihnen auch von Alemannen, Burgundern und Franken benutzt worden. Nahe dieser Altstraße seien sicher die offenen Bachtäler mit ihren fruchtbaren, witterungs- und verkehrsgünstig gelegenen Auen in bäuerliche Kulturarbeit genommen worden, so wohl auch die Gemarkung des heutigen Lautern.

In der Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich II. aus dem Jahre 1012 seien als Nordgrenze des Wildbanns Odenwald der Melibokus und der Felsberg angegeben, „postea ad Luddera“ (hernach ab Gemarkung Lautern) und „deinde in Wintercasto“ (weiter zur Neunkircher Höhe) verlaufend beschrieben worden. Grohrock kann der Schlussfolgerung, dass es sich bei „Luddera“ um die Lauter handeln solle, nicht folgen. Warum sollte an dieser Stelle die seit 795 bekannte Gemarkungsgrenze plötzlich von der Wasserscheide einen Kilometer tiefer hin zur Lauter verspringen? Mit „Luddera“ in der Forstbann-Grenzbeschreibung könne nur die Nordecke der Gemarkung auf der Wasserscheide zur Modau gemeint sein. Und Lautern müsse also schon ab dem elften Jahrhundert eine eigene Gemarkung gehabt haben. Deshalb wäre es unverständlich, dass die Ersterwähnung von Reichenbach und Beedenkirchen für das Jahr 1012 „amtlich“ anerkannt wurde, die von Lautern dagegen nicht.


Quellen:
Heimatbücher von Reichenbach, Lautern und Gadernheim,
„Zur Geschichte der Oberdörfer Lautern, Gadernheim und Raidelbach im Lautertal“ von Georg Grohrock
Lautern, Nordseite mit Knorz (404 m), Heidenberg (340 m) und dem Baugebiet auf der „Rehm“.
Im Hintergrund auf der Wasserscheide die „Breite Heide“ südwestlich von Brandau. Über sie lief der Weinweg.



Text: Heinz Eichhorn - Januar 2010
Foto: Heinz Eichhorn - 02.01.2010
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Verschönerungsverein-Reichenbach 1974 e.V.