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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Heiße Sommer - kalte Winter
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Das Reichenbacher „Urgestein“ Hans Lampert (Jahrgang 1926) kann sich noch gut erinnern: Früher freuten sich die Schulkinder über „Hitzefrei“ ab 25 Grad Celsius. Heute werden solche Sommertemperaturen eher als Abkühlung bewertet.

Keine Frage: die Durchschnittstemperaturen steigen weltweit kontinuierlich an, die Pole und Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel erhöht sich. Als Folge werden auch bei uns die Sommer immer heißer, die Niederschläge geringer. Die Quellschüttungen in der Gemeinde Lautertal haben sich in den letzten Jahren fast halbiert.

Die Ursachen sind hausgemacht, allzu menschlich: Industrie-, Heizungs- und Autoabgase erwärmen die Luft, belasten unser Klima, die Temperaturen steigen.

Doch ist diese Entwicklung nicht nur eine vorübergehende Erscheinung?
Sind die Veränderungen normale Schwankungen innerhalb des Klimazyklus?

Da kontinuierliche Wetteraufzeichnungen erst seit gut 100 Jahren vorgenommen werden, bietet für Lautertal die Chronik von Pfarrer Martin Walter gute Vergleichs- möglichkeiten. Schließlich ging er schon vor rund 400 Jahren in seinen Aufzeichnungen oft auch auf das örtliche Wetter ein.

Doch zwischen 1599 und 1621 befasste sich Walter wenig mit heißen Sommern, sondern bevorzugt mit kalten Wintern, bei denen „die Bienen gemeiniglich erfroren und abgestanden sind“. 1608 herrschte „grausamer Frost und steter Schnee“. Vielfach war die Lauter und auch der Rhein zugefroren. Ein „großer Schnee“ fiel gar schon am 4. Oktober 1611, „ehe das Ohmet all gemacht und das Korn all gesäet worden“. Und im Sommer 1607 sei es vom 26. bis zum 28. Juni hierzulande so kalt gewesen, dass es um Dieburg und Groß-Zimmern herum geschneit haben soll.

Heinz Eichhorn - 08.2006
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Stimmungsvoll wurde am 29. Mai 1927 das Reichenbacher Schwimmbad eröffnet. Das von Anna Kindinger zur Verfügung gestellte Foto zeigt jedoch, dass die Temperatur am Eröffnungstag wohl sehr niedrig gewesen sein muss.


Repro: VVR/Bertes

Insgesamt waren zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Sommer in unserer Gegend wohl erheblich kühler als heute. Und Niederschläge gab es in ausreichendem Maße, oft soviel, dass die Lauter mit ihren Nebengewässern die Wassermassen nicht fassen konnte. So „ist am 26. Juli 1611 ein graußam Gewässer zu Reichenbach gewest“. Viele Stege seien abgeworfen worden. „Zu Elmshaußen hats ins Hanß Ewalts Hauß die Betlade ufgehoben“. Und in Schönberg ist „der Gräfin Fischkasten biß auff die Benßheimer Weyde geführet“ worden.

Richard Matthes berichtet im Reichenbacher Heimatbuch auch über schwere Unwetter mit Überschwemmungen. Am 9. September 1772 forderten diese sogar ein Todesopfer. Johannes Weyhrauch kam während des Unwetters mit seinen Pferden von der Weide und wollte durch das Hochwasser „vor des Görischen Haus“ reiten. Doch die Fluten rissen den 14-jährigen Buben mit sich fort. Am nächsten Morgen wurde er „auf den Elmshäuser Mühlen bei der Papierfabrik“ tot aufgefunden. Verschont blieb das Tal von solchen Extremwettern wohl erst, als mit dem Rückhaltebecken oberhalb Reichen- bachs und zahlreichen regulierenden Maßnahmen des Abwasserverbandes das abfließende Wasser „gebändigt“ wurde.

Wie kalt die örtlichen Bäche vor vielen Jahren noch waren, erlebten die Reichenbacher „am eigenen Leibe“. Das am 29. Mai 1927 von der Familie Reiche eröffnete Schwimmbad im Höllacker wurde von der Reichenbach gespeist. Die Auffüllung des Beckens geschah über Nacht. Der Sprung ins kühle Nass war dann am nächsten Tag ein echter Härtetest. Heute dagegen würden die Nachtemperaturen von zeitweise über 20 Grad Celsius sogar das „Gletscherwasser“ des Reichenbach erwärmen.