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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
und Umgebung
Das Herrenhaus vom Hofgut Lautern
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Das Gut auf dem Hohenstein war nicht das einzige Hofgut im Tal, auch Lautern hatte eines.
1845 wurde dessen Herrenhaus abgetragen und steht noch heute in Gadernheim.

Nach Heinz Bormuth, in Nieder-Ramstadt lebender Heimatforscher, war das Hofgut Lautern um 1820 entstanden. Damals erwarb der hessische Oberstallmeister Balthasar Freiherr von Fabrice den völlig überschuldeten Hof von Philipp Seeger. Der Lauterner Gemeinsmann hatte eine Pottaschensiederei mit der Herstellung von Wäschelauge betrieben und war in finanzielle Schieflage geraten. Mit der Siederei kaufte der Freiherr die „Heldmannsmühle“ und die an der „Rehm“ liegenden Kleinbauernhöfe von Lunjak, Vollhardt, Herold und Lannert, sowie Teile des Hofes von Heinrich Bormuth. Der 200 Morgen und 912 Klafter umfassende Hof reichte in seinem Gebäudebestand also vom „Knorz“ bis fast zu den ersten Grundstücken der Gemarkung Gadernheim am Römerberg. Auf der höchsten Stelle seines Besitzes baute sich von Fabrice ein zweistöckiges Wohnhaus. Zur Bewirtschaftung des Gutes beschäftigte er einen Verwalter und einen Leibjäger, die das übrige Personal beaufsichtigten.
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Doch schon 1839 suchte der Freiherr für das Hofgut einen Käufer. Heinz Bormuth führt dies auf dessen schlechten Gesundheitszustand zurück. Der Verkauf sollte sich aber als schwierig erweisen. Einzig interessierte sich Graf Ludewig von Erbach-Schönberg für das Objekt, wollte oder konnte aber nicht die geforderten 28.000 Gulden zahlen. Der Graf hatte an der Eigenbewirtschaftung des Gutes kein Interesse und benötigte es wohl nur zur Arrondierung und Vergrößerung seines Hohensteiner Besitzes. Noch während der Verhandlungen starb von Fabrice. Seine Witwe Auguste kam dem Grafen entgegen und reduzierte die Kaufpreisforderung auf 22.000 Gulden.

Der neue Eigentümer ließ 1845 die Gebäude des Lauterner Hofgutes öffentlich versteigern. So erwarb Peter Wiener aus Gadernheim ein kleines Häuschen für 52 Gulden. Das Lunjaksche Haus ging für 140 Gulden an Johannes Strohmenger aus Lindenfels. Heinrich Lampert aus Reichenbach kaufte die Ölmühle mit Zubehör für 347 Gulden und Peter Schwinn aus Lautern wurde die kleine Scheuer bei der Mühle für 240 Gulden zugesprochen. Georg Heinrich Lannert aus Lautern erhielt das Verwalterhaus und neuer Besitzer der Hühnerställe wurde Gottlieb Kaffenberger aus Gadernheim. Den Herrenstall erwarb Johannes Kropp (Gadernheim) für 212 Gulden und Konrad Rausch (Reichenbach) den Holzstall für 191 Gulden. Bürgermeister Will aus Gadernheim sicherte sich eine Lattenwand, die Wagenhalle und die Sandsteineinfassung der Dungkaute. Heinrich Bormuth kaufte das Hoftor und Nikolaus Katzenmeier (beide Lautern) eine alte Kelter.
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Die teuerste Immobilie, das Herrenhaus, ging mit 655 Gulden an den Gadernheimer Georg Horn. Der Schreinermeister baute das Fachwerk ab, transportierte es nach Gadernheim und errichtete es wieder unterhalb des heutigen Gasthauses „Zum Erbacher Hof“. Über ein Jahrhundert war in ihm eine Schreinerei und ein Möbelladen untergebracht.

1883 wurde auch die Mühle an den vorherigen Pächter Georg Borger verkauft. 1917 stieß das Grafenhaus den 29.328 Quadratmeter großen Wald am Mahlberg an die Blaufarbenfabrik ab, nachdem vorher mehrfach über Waldschäden durch Fabrikemissionen geklagt worden war. Nach den Ermittlungen von Heinz Bormuth erfolgte die Auflösung des Restbesitzes aus dem „Hofgut Lautern“ durch das Grafenhaus in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Nassauische Siedlungsgesellschaft gab die erworbenen Grundstücke an einheimische Interessenten weiter.


Text: Heinz Eichhorn - 07.08.09

Quelle: Heinz Bormuth „Lautern im Odenwald“
Das Ehemalige Herrenhaus des Hofgutes Lautern in Gadernheim
Repro: VVR / he
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