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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Die Jugendherberge in Reichenbach
( 1930 - 1972 )
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Vor hundert Jahren gründete sich das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) und betrieb tausende von Jugendherbergen in Deutschland, darunter auch eine in der Beedenkirchener Straße. Obwohl diese schon vor fast 40 Jahren geschlossen wurde, ist noch heute das DJH-Zeichen an beiden Gebäuden gut zu erkennen.
Die Einrichtung einer Jugendherberge in Reichenbach regte Otto Schlörb an. Der aus Langen stammende Pädagoge unterrichtete seit 1921 in der örtlichen Volksschule. Schlörb war Mitglied des DJH und dabei, als am 20. Januar 1929 im Gasthaus „Zum Grünen Baum“ der Verschönerungs- und Verkehrsverein Reichenbach gegründet wurde. Als Geschäfts- und Schriftführer setzte er sich im Verein und in der Gemeinde besonders für die Errichtung einer Jugendherberge im Dorf ein. Schon am 7. September 1930 wurden die ersten Räume in dem kleinen Haus neben der „Beutelschule“ eröffnet. Das Gebäude diente damals auch als Feuerwehrgerätehaus und Schlauchturm. In den Räumen, die heute Peter Seeger bewohnt, wurden zwei Schlafstuben und eine Selbstversorgerküche eingerichtet. Die Toiletten waren direkt unterhalb des Treppenaufgangs im Hof gebaut worden. Die schnelle „Notlösung“, an dem noch heute das dreieckige DJH-Zeichen zu erkennen ist, entsprach der damaligen Zeit mit ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Doch trotz der Enge wurden schon über die Weihnachtsfeiertage 1930 mehr als hundert Übernachtungen gezählt, wie der Bergsträßer Anzeiger zu berichten wusste.










Text:
Heinz Eichhorn - 28.08.2009
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An der ehemaligen Jugendherberge sind die dreieckigen DJH-Zeichen heute noch gut zu erkennen.

Foto: H. Eichhorn - 30.03.2009


1937 wurden dann der Klassenraum aus der „Beutelschule“ in das Rathaus verlegt und die ehemalige Schule in eine „feine Bleibe“ umgewandelt. Das Erdgeschoss erhielt „zwei gemütliche Tagesräume, deren größerer vorläufig der örtlichen Hitlerjugend (HJ) als Heim zur Verfügung steht, bis diese selbst ein eigenes Haus besitzt“. Dahinter befand sich eine „gut eingerichtete Herbergsküche, rechter Hand zwei weiß gekachelte Waschräume“.

In den beiden oberen Stockwerken waren die Schlafräume, ein „Führerzimmer“ und die Wohnung der „Herbergsmutter“ untergebracht. Alle Schlafräume waren nach einem Pressebericht im BA, mit „neuen, weißen Stahlrohrbetten, neuen Matratzen und Decken ausgestattet. Der Hof zwischen der alten und der neuen Jugendherberge wurde mit Platten belegt, die noch heute dort zu sehen sind.
Insgesamt standen jetzt 70 Betten und 20 Notlager zur Verfügung. War die Deutsche Jugendherbergsbewegung ursprünglich auch Teil der Friedensbewe- gung, dienten ihre Häuser jetzt als „Tagungsheime für die Hitlerjugend, Bund deutscher Mädel und als Schullandheime“. Mit der Reichenbacher Herberge weihte „Reichsjugendführer“ Baldur von Schirrach reichsweit 50 Jugendherbergen ein.

Erster „Herbergsvater“ war nach mündlicher Überlieferung von Anfang an Adam Krichbaum. Den Steinhauer aus der Balkhäuser Straße, später Brandauer Klinger, Jahrgang 1876, löste nach dem Krieg Georg und Kätchen Gehbauer ab. Letzte „Herbergseltern“ waren Margarete und Paul Schmitt (heute Nauwiese), die das Haus acht Jahre betrieben, bevor es 1972 geschlossen wurde. Versuche des DJH, im Tal einen geeigneten Platz für einen Neubau zu finden, schlugen fehl.




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Heute dient die ehemalige Jugendherberge als Gemeindebücherei, Wohnung und als Unterkunft für einige örtliche Vereine und steht wie zahlreiche andere Gebäude in der Ortsmitte Reichenbachs unter Denkmalschutz.

Die Hochzeit der Herberge in den fünfziger und sechziger Jahren konnte ihr Initiator, Lehrer Otte Schlörb, wieder direkt miterleben. Während des Unrechtregimes der Nationalsozialisten war der damals 39-jährige Kriegsbeschädigte in den nicht ganz freiwilligen Ruhestand versetzt worden und hatte keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung „seiner“ Jugendherberge. 1977 starb der engagierte DJH-ler und Dorfverschönerer in Bensheim.
„Herbergsvater“
Adam Krichbaum mit seinen Schützlingen in den dreißiger Jahren.

Foto: Waltraud Bitsch
Repro: VVR
Verschönerungsverein-Reichenbach 1974 e.V.