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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Namen, die eine Tradition haben
Vor allem der Dreißigjährige Krieg reduzierte die Einwohner in Reichenbach
Übrig blieben nur wenige Familien





Hans Krichbaum (hintere Reihe, Bildmitte) beim 50. Gründungs- jubiläum der TSV-Fußball- abteilung 1986

Foto: Wilhelm Roth
Repro: VVR
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Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Familienmitglieder sind auch vom Hohenstein aus nach Amerika ausgewandert. In Reichenbach geblieben ist Hans Krichbaum, der derzeit als Einziger im Dorf den Namen seines vor 570 Jahren erwähnten Vorfahren trägt. Seine Familie tat sich vor allem durch die Unterstützung des örtlichen Turnvereins hervor. Schon 1893, im Gründungsjahr des TSV, trafen sich die Turner im Grasgarten von Adam Krichbaum IV., dem Großvater von Hans, im Brandauer Klinger. Adam wurde Turnwart und hatte über Jahrzehnte hinweg alle nur denkbaren Funktionen inne, einschließlich der des Vorsitzenden.





Seit 570 Jahren ist der Familienname Krichbaum in Reichenbach nachweisbar. 1439 wurde auf einer Vermögenssteuerliste ("Kurpfälzisches Schatzungsregister") erstmals der Name "Hans Krichbaume" erwähnt. Sein Namensvetter wohnt heute im Brandauer Klinger - neben ihm gibt es im Dorf noch sechs Familien gleichen Namens.

Nach der ersten urkundlichen Erwähnung Reichenbachs im Jahr 1012 ist 410 Jahre später erstmals die Einwohnerzahl festgehalten. Laut einer katzenelnbogischen Urkunde aus dem Jahre 1422 dürfte sie gut einhundert betragen haben






23 Reichenbacher Steuerzahler
Wenige Jahre später waren dann auf dem Schatzungsregister 23 Reichenbacher Steuerzahler aufgeführt. Jeder von ihnen musste unter Eid sein Vermögen angeben und sich selbst einschätzen. Bei Meineid drohte als Strafe das Abhauen der Schwurfinger.
Mit geschätzten drei Gulden hatte sich Hans Krichbaume ein bescheidenes Vermögen erworben. Reichster Einwohner im Dorf war damals Endris Schandenbecher mit 19 Gulden und wahrscheinlich mehreren Huben.
In veränderter Schreibweise taucht dann bei allen späteren Listen immer wieder der Familienname Krichbaum auf. Hinzu kamen noch die im vorderen Odenwald weit verbreiteten und bis heute erhaltenen Familiennamen Rettich und Scharschmidt. Den Dreißigjährigen Krieg überlebten in Reichenbach nur die Familien Eichhorn, Gansert, Krichbaum, Rettich und Scharschmidt, vielleicht auch noch Minck. Außer Gansert wohnen Nachfahren dieser Familien bis heute im Dorf oder den Ortsteilen Lautertals. Nachdem das Morden und die Pest den Ort nahezu leer gefegt hatten, siedelten sich später Familien an, deren Namen sich ebenfalls über mehr als 300 Jahre in Reichenbach oder Lautertal hielten: Arnold, Baumunk, Beßinger, Beutel, Bitsch, Degenhardt, Gehrisch, Gehron, Hechler, Helfrich, Hochgenug, Jörling, Kurtz, Marquardt, Mayer, Metzger, Müller, Neff, Reinig, Riebel, Rößler, Schmidt, Seeger und Wolf.
Auch in den neueren Listen sind wieder Vertreter der Familien Krichbaum aufgeführt. So stand Hanß Philipp auf dem Hohenstein in einer "vollkommen guthen Haushaltung". Um 1800 gab es gleich vier Familien mit dem Traditionsnamen und zu den Hausbesitzern 1846 zählten der Tagelöhner Heinrich, der Landwirt Philipp und der Schuster Valentin.




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Engagement in den Genen
Dieses Engagement übertrug sich auf seinen Enkel Hans, der beim TSV im Tor stand, den Spielmannszug dirigierte, Jugendmannschaften leitete und mit seiner Frau Dina auch den Turnhallenbetrieb regelte. Für seine Verdienste wurde er vielfach ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Seine Namensgleichheit mit einem der ersten vor 570 Jahren erwähnten Reichenbacher stellt einen außergewöhnlichen Fall einer Familiengeschichte dar. Und dürfte sich kaum mehr wiederholen. Mit der Mobilität der Menschen ist es wohl vorbei mit Jahrhunderte langer Sesshaftigkeit an einem Ort.


Heinz Eichhorn 14.09.2009

Quelle: Reichenbacher Heimatbuch (Rudolf Kunz)