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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Räuberunwesen im Odenwald
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Als „Robin Hood des Hunsrück“ wurde der „Schinderhannes“ 1803 vor tausenden von Schau- lustigen in Mainz zusammen mit 19 Komplizen geköpft. Teile seiner Bande konnten sich jedoch einer Verurteilung entziehen, zogen sich in den Odenwald zurück und trieben hier mehrere Jahre ihr Unwesen.

Der führende Kopf der neuen Bande war Peter Petri, der „Schwarze Peter“.
Beim „Schinderhannes“ war er der „Lehrmeister“ bei den gemeinsam begangenen Straftaten. Besonders beherrschte er die „linksrheinische Einbrechermethode“, mit Rammbäumen bei den Fachwerkhäusern die Gefächer und Türen einzurennen. Gerne ließ er sich als „Hauptmann“ anreden. Sein pechschwarzes, langes Haar hielt er mit einem Kupferring zusammen. Als Höhepunkt einer Unzahl von Verbrechen mit Johannes Bückler, dem „Schinderhannes“, galt der kaltblütige Mord an dem Viehjuden Siegfried Seligmann im Soonwald.

Nach der Verhaftung des fälschlicherweise als „Freund der armen Leute“ verglorifizierten Bandenchefs setzte sich der „Schwarze Peter“ zusammen mit seinem Sohn in den Odenwald ab. Völlig unbehelligt lebte er als Kohlenbrenner im Breuberger Land unter dem Namen Johann Wild. Von hier aus war die Verbindung zu der Odenwälder Räuberbande unter der Führung der beiden „Hannadams“, Hans Adam Heusner und Hans Adam Graßmann, bald hergestellt.
Mit dabei war auch der wohl gefährlichste Verbrecher aus der Bückler-Bande, Johann Adam Hofmann. Auch er hatte sich in den Odenwald abgesetzt, wurde aber bald in Lindenfels gefasst. Dort entwich er jedoch aus dem Gefängnis und beteiligte sich an der in unterschiedlicher Zusammensetzung agierenden Verbrecherbande.

Am 17. Februar 1807 verübte die Crew einen Raubüberfall bei Reichelsheim auf einen vom Gadernheimer Markt heimkehrenden Tuchmacher aus Dorf-Erbach. Anführer war hier der „Schwarze Peter“. Mit dabei aus der ehemaligen „Schinderhannesbande“ auch Jakob Erbeldinger, der „Dicke Bube“ (Christian Haag), Stephan Heusner, Peter Eichler und der „Überrheiner Hans-Adam“ (Johann Adam Steininger).
Heusner, Johann Martin Rückert, genannt „Hans Martinchen“ und vier weitere Bandenmitglieder waren an einem Einbruch bei Peter Roß in Brandau beteiligt. Dort drückten sie ein Gefach ein und entwendeten Wäsche und Kleidungsstücke im Werte von 358 Gulden. In ähnlicher Besetzung folgte von dem Räuberquartier auf der „Freiheit“ in Laudenau aus ein Einsteigediebstahl bei Nikolaus Steinbacher in Zell bei Bensheim. Ihm nahmen die Diebe Wäsche- und Kleindungsstücke, sowie Dörrfleisch und Zinngeschirr im Wert von etwa 200 Gulden ab.
Wie mobil die Bande war, wurde an den Taten des „Überrheiner Hans-Adam“ deutlich. So konnte ihm ein Raubüberfall auf einen Ochsenhändler in Walldürn und auf einen Tuchmacher bei Groß-Reichholzheim nachgewiesen werden. Ein Straßenraub bei Dieburg ging ebenso auf sein Konto wie Straßenräubereien im Altenburger Land und ein Raubüberfall auf einen Juden bei Hanau. Dazu zählte noch ein Einbruch in eine Mühle und eine Kapelle bei Karbach und Birkenfeld. Nach einer weiteren Straftat wurde er in das Gefängnis in Gießen eingeliefert.

Wie fast alle anderen ehemaligen Mitglieder der „Schinderhannesbande“, wurde auch er in Mainz abgeurteilt. Gefasst werden konnten die Verbrecher, weil sich auf dem rechtsrheinischen Gebiet die staatlichen Verhältnisse verändert hatten. Nun waren moderne Strafverfolgungsbehörden nach dem französischen Muster geschaffen worden. Zusammen mit den Untersuchungsrichtern in Darmstadt, Heidelberg, Gießen und Mainz setzten sie dem Räuberunwesen im Odenwald und den angrenzenden Gebieten ein Ende.



Heinz Eichhorn - 06.08.2007
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