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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Vom Schultheiß, Bürgermeister und Ortsvorsteher
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
Titel und Form der Entlohnung wechselten vielfach. Was den „Ortsoberhäuptern“ der kleinen Odenwaldgemeinden über Jahrhunderte blieb, waren „die beruflichen und zeitlichen Versäumnisse und der viele Ärger, der sich zwangsläufig aus diesem Ehrenamt ergab“.

Bis 1821 wurde das „Ortsoberhaupt“ in Reichenbach als „Schultheiß“ bezeichnet. Die Grafen von Erbach/Schönberg ernannten für diese Position stets einheimische Bürger, die in Rechtsgeschäften erfahren waren. Meist war der Ernannte vorher jahrelang Gerichtsschöffe und kannte die Verhältnisse im Dorf und in den Familien.
Im Grunde war der Schultheiß einer Diener der Herrschaft. Um keinen Fehlgriff zu tun, ließ sich diese vor der Ernennung von den Gerichtsschöffen einen Dreiervorschlag machen, aus dem sie dann den für sie Geeigneten auswählte. Die Berufung geschah auf Lebenszeit. Das Amt war nebenberuflich, der Schultheiß bezog keine Besoldung. Für seine Dienstverrichtung erhielt er Diäten, also eine Art Aufwandsentschädigung.


Heinz Eichhorn - 12.10.2009
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Reichenbacher Ortsbeirat vor 20 Jahren mit den früheren Ortsvorstehern Albrecht Kaffenberger und Erich Sauer bei einer Begehung mit dem Bauausschuss.


Foto: Renate Müller
Repro: VVR

Im Grunde war der Schultheiß einer Diener der Herrschaft. Um keinen Fehlgriff zu tun, ließ sich diese vor der Ernennung von den Gerichtsschöffen einen Dreiervorschlag machen, aus dem sie dann den für sie Geeigneten auswählte. Die Berufung geschah auf Lebenszeit. Das Amt war nebenberuflich, der Schultheiß bezog keine Besoldung. Für seine Dienstverrichtung erhielt er Diäten, also eine Art Aufwandsentschädigung.
Die Reichenbacher Schultheißen sind insbesondere für die Zeit der Waltherschen Chronik (1599 – 1620) nachweisbar: Franz Ganzert, Adam Müller und Hans Scharschmidt. Später ragte Johann Michael Helfrich heraus, der sich im „Holzkrieg“ gegen Bensheim hervortat und noch heute über der Eingangstür beim „Bordhechler“ (Nibelungenstraße 221) verewigt ist.

Mit der neuen hessischen Verfassung wurde 1821 auch für die Gemeinden eine neue Ordnung erlassen. Von nun an wählten die Ortsbürger ihr Dorfoberhaupt direkt. Wahlberechtigt waren allerdings nur „unbescholtene“ männliche Ortsbürger über 25 Jahre. Erst 1918 wurde das Frauenwahlrecht eingeführt und das Wahlalter auf 20 Jahre herabgesetzt. Erster Reichenbacher Bürgermeister war Nikolaus Helfrich, der bis 1830 im Amt blieb. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges waren Johannes Eßinger (1875 bis 1911) und Philipp Mink XIII. (1911 – 1937) die längste Zeit im Amt.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Bürgermeistereiverfassung durch die Magistratsverfassung ersetzt. Nun war die Gemeindevertretung das beschließende, der Gemeindevorstand das ausführende Organ. Im Gegensatz zur Zeit des Nationalsozialismus spielte der Bürgermeister jetzt keine beherrschende Rolle mehr.
Erster Nachkriegsbürgermeister wurde der noch von den amerikanischen Besatzern ernannte Wilhelm Gehbauer. Ihm folgten Wilhelm Jährling, Peter Beßinger und Karl Germann. Mit der Gebietsreform Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Reichenbach Ortsteil der Großgemeinde Lautertal. Sitz der Verwaltung der Gesamtgemeinde blieb das Reichenbacher Rathaus. Die Bürgermeister Josef Weitzel, Gottfried Beyss, wiederum Josef Weitzel und jetzt Jürgen Kaltwasser waren und sind für die Gesamtgemeinde zuständig.

Den früher selbständigen Gemeinden, jetzt Ortsteilen, wurde nach der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) ein Ortsbeirat zugestanden, der zu allen wesentlichen, den Ortsteil betreffenden Themen gehört werden muss und ein Vorschlagsrecht hat. Erstes Reichenbacher „Ortsoberhaupt“ nach der Gebietsreform wurde Heinrich Beutel im Frühjahr 1972. Ihn löste schon ein halbes Jahr später Georg Alexander Kindinger ab. 1977 folgte Albrecht Kaffenberger, 1981 Erich Sauer. Albrecht Kaffenberger gelang 1985 für zwei Legislaturperioden ein Comeback, bevor er 1993 von „Maggy“ Sauer abgelöst wurde. Seit 1997 ist Heinz Eichhorn Ortsvorsteher von Reichenbach.

Die den Dörfern in der HGO zugestandenen Ortsvorsteher haben gegenüber den früheren ehrenamtlichen Bürgermeistern deutlich eingeschränkte Befugnisse. Was ihnen bleibt, ist neben der „Ehre des Amtes, die beruflichen und zeitlichen Versäumnisse und der viele Ärger, der sich zwangsläufig aus diesem Ehrenamt ergibt“, wie es treffend im Reichenbacher Heimatbuch festgehalten ist.





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Verschönerungsverein Reichenbach 1974 e.V.