Auf dem vergriffenen Foto (siehe oben) wurde das Fachwerkhaus in der Gemarkung „Am Käsgarten“ von ortskundigen Bürgern schnell erkannt. Schließlich lebten dort nachweislich schon seit 1846 die Oppenheimers. Zu diesem Zeitpunkt war Urgroßvater Nathan bereits als Hausbesitzer bei der Gemeinde registriert. Und im Heimatbuch ist das Gebäude zwischen der „Budde-Marie“ und dem späteren Lebensmittelgeschäft von Wilhelm Rausch gleich zwei Mal abgelichtet.

Eigentümer war über viele Jahrzehnte der im Dorf bekannte und geschätzte Händler Gustav Oppenheimer zusammen mit seiner Frau Bertha, geborene Mannheimer. Gustav widmete seine Freizeit bevorzugt dem Männergesangverein „Eintracht“. Dort war er aktiver Sänger, Förderer und über Jahrzehnte Schriftführer. Seine Eintragungen im Protokollbuch zum Vereinsjubiläum 1912 wurden von Peter Bohn auch in der Festschrift 1962 erwähnt.

Als guter Deutscher wurde Gustav im Januar 1915 zum Militärdienst (Infanterie) eingezogen. Dies wurde der Familie nicht angerechnet, als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen und die Juden bekämpften und aus dem Land drängten. Doch die Oppenheimers hatten die Weitsicht und auch das Geld dazu, ihrer alten Heimat schon früh (1934) ade zu sagen und in die USA auszuwandern. Dem jungen Nathan widmeten die örtlichen NS-Größen gar eine Abschiedsnotiz in der Zeitung: „Wie Augenzeugen berichteten, ist verschiedenen Reichenbacher Frauen der Abschied des Juden Nathan Oppenheimer, als er nach Amerika auswanderte, so schwer gefallen, dass sie nicht umhin konnten, Tränen der Rührung in Strömen fließen zu lassen. Dieser Junggeselle muss scheinbar den Frauen ganz besonders ans Herz gewachsen sein“.

In den USA baute sich die Familie Gustav Oppenheimer neue Existenzen auf und gründete neue Familien. Während die beiden Töchter Irene und Selma keine Kinder bekamen, freute sich Max über die Söhne Henry, Charles und Tochter Lisa. Nathan heiratete 1941 Mina Wolf aus Hähnlein. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Georg und Leonard hervor. Die Verbindung zu den deutschen Auswanderern zeigte sich auch in der Gattinnenwahl der beiden Männer. Georg ist mit Evelyne Schorr und Leonard mit Ruth Zelig, die ein ausgezeichnetes deutsch spricht, verheiratet.

Ihrer Freude über die Unterstützung und das schnelle Auffinden des Elternhauses brachten sie gegenüber dem Reichenbacher Verschönerungsverein zum Ausdruck. Per E-Mail gingen eine Reihe von Bilddokumenten ein, die das Fachwerkhaus in der Nibelungenstraße 34, die „Eisenhandlung“ von Onkel Max daneben und die Vorfahren der Auswanderer zeigen.
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Geschichte und Geschichten aus Reichenbach
Auf den Spuren ihrer Vorväter wanderten Leonard, Ruth, Emily und Gideon Oppenheimer. Zum Abschluss eines Europaaufenthaltes besuchten die US-Amerikaner aus New Jersey erstmals Geburtsort und Elternhaus von Leonards Vater, Nathan Oppenheimer, in der Nibelungenstraße 34.
Dorfgeschichte / Historisches / Übersicht
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Die jüdische Familie Oppenheimer
Die Familie Oppenheimer

Im Ersten Weltkrieg ließ sich die Familie Gustav Oppenheimer auf der Wiese hinter ihrem Haus in der Nibelungenstraße 34 ablichten. Das von Ruth Zelig zur Verfügung gestellte Foto zeigt von links nach rechts stehend Nathan, Irene, Selma und Max, sitzend Bertha und Gustav Oppenheimer. Repro: VVR/Bertes

Heinz Eichhorn - Mai 2008
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