Willkommen in Reichenbach / Odenwald
Die Vereinsaktivitäten aus dem Jahr 2009
Auf der Suche nach den Riesensäulen aus dem Felsenmeer befanden sich am Samstag der Verschönerungsverein und die Felsenmeerführer. Bei ihrer Exkursion in die frühere Kaiserstadt Trier entdeckten sie Bruchstücke aus dem Felsbergwald und Nachbauten der riesigen Säulen.
Schon während der 250 Kilometer langen Fahrt stimmte Peter Hubrich, Geologe und Felsen- meerführer, die Reiseteilnehmer auf die Thematik ein. Römische und germanische Steinmetze hätten die Säulen unter schwierigen Bedingungen, aber mit manchmal überraschend einfachen Bearbeitungsmethoden aus dem Quarzdiorith heraus gebrochen und bearbeitet. Auf Schlitten und weichem Jungholz wäre das zwar harte, aber bei Verkantungen auch brüchige Gestein über Hochstädten an die Bergstraße transportiert worden. Auf Schiffen über Weschnitz, Rhein und Mosel sei dann der Transport nach Trier erfolgt.
Zu Besuch beim Domstein in Trier
Für die Stadt- und Domführung in Trier hatte Reiseleiter Dr. Joachim Bartl mit Dr. Hans-Joachim Kann den wohl prädestiniertesten Kenner der Stadtgeschichte gewinnen können. Dies war auch mit ein Grund dafür, dass die Teilnehmerzahl begrenzt war. Dr. Kann hat schon zahlreiche Arbeiten über die Geschichte der Stadt und den Trierer Dom veröffentlicht und war auch an dem Büchlein über den „Trierer Domstein“ maßgeblich beteiligt. Der Stadtführer und die handliche Schrift machen vor allem eines deutlich: die von den Römern erbaute „Porta Nigra“ und der riesige Dom sind wohl die Aushängeschilder der nach eigenen Aussagen „ältesten Stadt Deutschlands“. Das von den Menschen aus Trier, seiner Umgebung und aus aller Welt am meisten aufgenommene Objekt ist jedoch die Säule aus dem Felsbergwald. Auf, vor oder hinter ihm lassen sich die Trierer Schulklassen ablichten. Auf ihm posieren Hochzeitspärchen, Geburtstagsgruppen, die örtlichen Honoratioren und sogar die Geistlichkeit.
Vom „Dumstaan“ gibt es unzählige Fotos, Geschichten und Gedichte:
„O`m Dumstaan sei mer rumgerötscht,
es waor nöd ömmer gönsdig,
de Box zerröß, de Kaab verlor,
de Kobb zerschonn, blutrönsdig“.
Der bei den Trierern und seinen Gästen so verehrte „Dumstaan“ ist ein Bruchstück aus dem Felsbergwald. Ehemals trugen vier monolithe Granitsäulen , jede zwölf Meter hoch und 65 Tonnen schwer, die Decke der Nordostkirche des Trierer Doms. Vier Kapitelle und einige Bogenteile sind heute noch im Dom erkennbar. Das Heraussprengen und Zurechthauen solch gewaltiger Säulen, so Dr. Kann, sei ebenso eine Meisterleistung gewesen, wie ihr Transport nach Trier. Wohl schon 410, wenige Jahrzehnte nach der Erbauung, sei der Dom durch die Franken zerstört worden, die Riesensäulen in den Flammen zerborsten. Bei späteren Ausgrabungen seien Bruchstücke der Säulen gefunden und freigelegt worden. Wie sehr sich die Trierer nach einer vollständigen Säule in der alten Größe sehnen, beweist der Aufbau gleich zweier Nachbildungen im Dom und im Dommuseum.
Dort im Dommuseum selbst wurden die Odenwälder von Andrea Riesbeck, der Leiterin der Dominformation mit einem Glas Moselwein empfangen. Nach „geistiger Nahrung“ in Form von Informationen über den Dom, gab es auch noch für jeden ein „Dumstaan“ aus Schokolade.
Die von Albrecht Kaffenberger organisierte Fahrt beinhaltete ein gemeinsames Mittagessen.
Text: Heinz Eichhorn - 09.03.2009
Fotos: Friedrich Krichbaum
Verschönerungsverein Reichenbach 1974 e.V.