Willkommen in Reichenbach / Odenwald
Die Vereinsaktivitäten aus dem Jahr 2009
Erste Reaktionen zeitigte der Besuch einer Gruppe Lautertaler mit dem Felsenmeer- Informationszentrum (FIZ) und des Reichenbacher Verschönerungsvereins (VVR) im März dieses Jahres in Trier, wo man den vom Felsberg stammenden Domstein besichtigte und Kontakt zu dem Förderverein Welschnonnenkirche Trier e.V. herstellte. Jetzt besuchten 92 Interessenten dieses Vereins die Heimat des Trierer Domsteins. Die Organisation und Reiseleitung lag in den Händen von Domorganist Josef Still, Friedrich Georg Weimer und Prof. Dr. Franz Ronig. Den Besuch hatten Dr. Ulrike Kiehne (Betriebsleiterin FIZ) und Dr. Joachim Bartl (Geschäftsführer FIZ) vorbereitet. Im Infozentrum am Fuße des Felsenmeers begrüßten Reichenbachs Ortsvorsteher und Vorsitzender des Verschönerungsvereins Heinz Eichhorn sowie Ehrenvorsitzender Albrecht Kaffenberger (beide in Odenwälder Tracht) die Reisegruppe.
Eichhorn gab einen kurzen Einblick in die fast 1000jährige Geschichte des Odenwalddorfs, das nach erfolgreichen Zeiten der Steinindustrie jetzt seine Zukunft im Tourismus suche. Dabei wolle man mit dem Touristenmagneten „Felsenmeer“, dem Infozentrum und einem geplanten Hotel einen neuen Schwerpunkt setzen. Auch Reichenbach selbst erfahre eine Erneuerung, die vor allem im Hinblick auf das Jubiläum 1000-jährigen Bestehen in 2012 vorangetrieben werde. Zu diesem historischen Ereignis lud Eichhorn die Trierer Gäste herzlich ein.
Gegenbesuch aus Trier
Gäste in der Heimat IHRES Domsteins
Felsenmeerführer Hans-Peter Hubrich informiert in einer Lichtbildpräsentation über die Ent- stehung des Felsenmeeres. So erfuhren die Gäste, dass vor 340 Millionen Jahren durch die Kollision zweier Kontinente das einzigartige Naturdenkmal geschaffen wurde. An der „Nahtstelle“ schmolz das Gestein und stieg als Magma auf. Es erstarrte vor etwa 330 Millionen Jahren im darüber liegenden Gebirge zu einem granitähnlichen Gestein, dem Melaquarzdiorit. In den nachfolgenden Jahrmillionen trug die Erosion das Gestein über dem Felsberg ab, der Stein kam an die Oberfläche. Zwischenzeitlich riss das Gebirge auf und wurde durch Klüfte in große Blöcke gegliedert. Die Zersetzung der Gesteine in der Tertiärzeit war durch einsickernde Gewässer besonders stark. Als Ergebnis liegen abgerundete Blöcke vor, „Wollsäcke“ genannt, umgeben von verwittertem Gestein, dem „Grus“.
Während der letzten Eiszeit herrschte in unserer Region ein Klima ähnlich dem heute in Sibirien. Durch den Wechsel von Auftauen und Gefrieren bewegte sich der Boden. Der Grus wurde herausgeschwemmt und die Blöcke talwärts transportiert. So entstand nach so langer Zeit das, was wir heute „Felsenmeer“ nennen.
Nach der Theorie auf der Leinwand folgte der Anschauungsunterricht vor Ort. Entgegen der ursprünglichen Planung unternahmen die Felsenmeerführer mit den in vier Gruppen aufgeteilten Besuchern jedoch keine Wanderung vom Parkplatz an den „Römersteinen“ aus, sondern fuhren auf den Felsberg hoch und wanderten von dort die kurze Strecke zur Riesensäule, dem Pedant des Trierer „Dumstaan“ (Domstein), dem Anziehungspunkt vor dem Dom. Auf diesem Relikt sind wohl schon alle Trierer „rumgerötscht“, wobei viele nicht gewusst haben, dass es aus dem Felsenmeer stammt und nicht nur als Bruchstück, sondern noch in seiner vollen Größe vorhanden ist.
Vor der Weiterfahrt nach Lorsch, der nächsten Station des Fördervereins aus Trier, bedankten sich die Gäste für die gute Betreuung und vielseitige Information. Man versprach in absehbarer Zeit wiederzukommen.
he/koe - 20.04.2009
Dicht gedrängt folgten
92 Gäste aus Trier den Ausführungen von Verschönerungsvereins- vorsitzendem Heinz Eichhorn (li), der die Gäste zusammen mit Ehrenvorsitzendem Albrecht Kaffenberger (r. unten) im Felsenmeer Informationszentrum willkommen hieß.
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Das FIZ vertrat Felsen-
meerführer Peter Hubrich beim Felsenmeer-Besuch der Delegation aus Trier.
Mittels einer Lichtbilder-
präsentation erläuterte er kurz die Entstehungsge-
schichte des Felsenmeeres und damit des Materials, aus dem auch der Domstein zu Trier entstand.
koe/foto:koe
Verschönerungsverein Reichenbach 1974 e.V.