Willkommen in Reichenbach / Odenwald
Die Vereinsaktivitäten aus dem Jahr 2009
Immer mehr "Glücksritter" wollen an das Geld des Verschönerungsvereins. Jetzt hat sogar einer versucht, 956 Euro von dem Vereinskonto abzubuchen.
Albrecht Kaffenberger (Foto), Ehrenvorsitzender und Rechner des Verschönerungsvereins (VVR), war in der jüngsten Vorstandssitzung noch mächtig sauer. Gerade hatte er Strafanzeige gegen einen Heppenheimer gestellt, der per Abbuchungsauftrag den VVR um den fast vierstelligen Betrag erleichtern wollte.
Aufmerksam auf den Vorgang wurde Kaffenberger durch eine Nachricht der Bank. Diese hatte den Verein über den erfolglosen Versuch einer Abbuchung unterrichtet. Nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden stellte dieser schnell fest, dass vom Verein kein Auftrag dazu erteilt wurde. „Gott sei Dank“, so Kaffenberger, war gerade nur wenig Geld auf dem „angezapften“ Girokonto. Deshalb konnte der Betrag nicht eingelöst werden.
Auf Anraten des Geldunternehmens wurde sofort Strafanzeige gegen den Täter gestellt. Laut Kaffenberger arbeiteten die Ganoven in solchen Fällen mit System. Sie spekulierten darauf, dass die Kontobewegungen gerade bei kleinen Vereinen nicht dauernd überprüft würden. Deshalb könne die Frist zum Rückholen der Abbuchungen schnell überschritten werden. Dasselbe gelte für den Schriftverkehr mit der Bank.
Wohl bestehe für die Vereine ein Rückrufrecht bei Falschabbuchungen innerhalb von sechs Wochen und die Banken würden in den meisten Fällen auch einspringen. Doch um Ärger zu vermeiden empfiehlt Kaffenberger den Vereinen, ihre Bestände auf den Girokonten gering zu halten und lieber kurz- oder mittelfristig anzulegen. Die Banken bat er in vergleichbaren Fällen um direkten, telefonischen Kontakt zu den Vereinsverantwortlichen.
Text: Heinz Eichhorn - 07.02.2009
Foto: Wolfgang Hechler
"Glücksritter" wollen an unser Geld
Abbuchungsbetrüger hatte kein Erfolg